Mit den „10 Thesen zur deutschen Geflügel-
wirtschaft“ haben wir eine offene Diskussion zu den wichtigsten Themen der Geflügel-
haltung in Deutschland angestoßen – mit Kritikern, Unterstützern und Beobachtern der Branche. Über Monate hinweg wurde diese Diskussion intensiv geführt. Hier finden Sie nun unsere Thesen und alle Diskussionen zukünftig zum Nachlesen. Viel Spaß beim Stöbern!

10 Thesen zur deutschen Geflügelwirtschaft

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These01

„Geflügelfleisch ist ein hochwertiger Proteinlieferant und verfügt über eine vorteilhafte Nährstoffzusammensetzung.“

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Zu einem gesunden Lebensstil gehört eine ausgewogene Ernährung. Diese zeichnet sich durch eine bunte Mischung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus, die alle Nährstoffe liefern, die unser Körper benötigt. Geflügelfleisch kann hierzu einen besonderen Beitrag leisten, vor allem durch viel hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.
Je nach Art und Teilstück hat Geflügelfleisch einen Eiweißanteil von 18 bis 24 %. Dieses Eiweiß enthält bereits nahezu alle Aminosäuren, die der Mensch zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß benötigt.

 

Geflügelfleisch leistet einen besonderen Beitrag zu einer gesunden Ernährung

 

Grundsätzlich kann Geflügelfleisch als mager eingestuft werden, der Fettgehalt variiert jedoch je nach Teilstück und Geflügelart. Das reine Muskelfleisch – vor allem Brust – ist sehr mager, fettreicher sind beispielsweise die Keulen mit Haut. Besonders positiv an Geflügelfett ist, dass es einen relativ geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren aufweist und gleichzeitig viele ungesättigte Fettsäuren liefert, die zum Teil unentbehrlich für den menschlichen Körper sind. Damit liefert Geflügelfleisch einen signifikanten Beitrag dazu, die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren zu verringern und die von ungesättigten Fettsäuren zu erhöhen, wie es beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) empfehlen.

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So wurde diese These diskutiert

Wie viel Fleisch braucht ein Mensch für seine tägliche Ernährung? Um diese grundsätzliche Frage drehte sich die mit dieser ersten These geführte Diskussion, an der sich nicht nur Fleischbefürworter, sondern auch eine Vielzahl von vegetarisch oder gar vegan lebenden Verbrauchern beteiligten.

Dabei lag der Schwerpunkt des gemeinsamen Austauschs bei der Diskussion, ob eine fleischfreie Ernährung als die beste Alternative anzusehen sei, da man nach Meinung vieler beteiligter Veganer sämtliche wichtigen Nährstoffe und Eiweiße auch durch einen vollständig pflanzlichen Speiseplan zu sich nehmen könne. Die Fleischbefürworter sowie die ebenfalls an der Diskussion beteiligte deutsche Geflügelwirtschaft brachten hierbei die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ins Spiel, die eine rein vegane Lebensweise aufgrund der damit oft verbundenen mangelhaften Nährstoffzufuhr beispielsweise nicht empfiehlt. Im Laufe der Diskussion setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Frage nach dem Für und Wider des Fleischkonsums schlussendlich nicht anhand der ernährungsphysiologischen Vor- und Nachteile der jeweiligen Ernährungsweise bewertet werden kann – für die alle Seiten jeweils starke Argumente vorbringen konnten – sondern als Ausdruck einer Lebenseinstellung jedem selbst obliegt. Jeder Mensch habe die freie Wahl zwischen einer vegetarischen oder veganen Ernährung, kann aber ebenso aus einem breiten Angebot von Fleisch aus verschiedensten Haltungsformen und mit jeweils unterschiedlichen Preisen im Handel wählen – von der konventionellen Haltung mit für jeden Verbraucher erschwinglichen Preisen über Geflügelfleisch aus sogenannter extensiver Haltung mit etwas höheren Preisen bis hin zu den Produkten aus der ökologischen Erzeugung mit Preisen auf einem deutlich höherem Niveau. Schließlich wurde angemerkt, dass die doch an vielen Stellen stark von Vegetariern und Veganern geprägte Diskussion nicht vergessen lassen dürfe, dass die Mehrheit der deutschen Verbraucher trotz alledem sehr gerne zu Geflügelfleisch greift.

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These02

„Die deutsche Geflügelfleischerzeugung geschah noch nie so kontrolliert wie heute.“

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Das Zusammenwirken von Geflügelhaltern, Veterinären, unabhängigen QS-Prüfern und behördlichen Lebensmittelkontrolleuren gewährleistet ein umfassendes und engmaschiges Kontrollsystem. Die Geflügelhalter sind dazu verpflichtet, ihre Herden mindestens zweimal am Tag in Augenschein zu nehmen. Der Veterinär kontrolliert die Tiere während des Mastdurchgangs, und vor dem Ausstallen führt der Amtstierarzt die Lebendtierbeschau durch – nur die von ihm freigegebenen Tiere gelangen zur Schlachtung. Diese Lebendtierbeschau findet bei Geflügel im Herkunftsbetrieb statt und dient so auch der Überprüfung tierschutzrechtlicher Aspekte, die im Schlachthof nicht mehr kontrolliert werden könnten. Das unabhängige QS-Prüfsystem garantiert mit seinem strengen „Leitfaden Geflügelmast“ die zusätzliche Kontrolle aller Erzeugungsstufen.

 

Etwa 95% des Geflügelfleisches aus deutscher Produktion stammt aus QS-zertifizierten Betrieben

 

Mit den im letzten Jahr eingeführten unangekündigten Spot-Audits stellt sich die Geflügelwirtschaft freiwillig zusätzlichen verschärften Kontrollen – als erste Branche der deutschen Nutztierhaltung. Auch mit dem umfassenden Antibiotikamonitoring im QS-System geht die Branche einen weiteren Schritt voran: Das Monitoring ist auf Forderung der Geflügelwirtschaft eingeführt worden und gilt für diese bereits seit April 2012, für andere Branchen erst später. Die behördliche Lebensmittel- und Veterinärüberwachung stellt übergreifend die Einhaltung der Rechtsvorschriften in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Futtermittelsicherheit, Tiergesundheit und Tierschutz sicher. Kommunale Überwachungsbehörden überprüfen hierbei die Betriebe nach jeweils definierten Kriterien, um standardisierte Daten zu erhalten.

Weitere Informationen

Finden Sie hier den vollständigen QS-Leitfaden für die Geflügelhaltung

 

Erfahren Sie mehr zur Kontrolle in der deutschen Geflügelhaltung

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Sicherheit in der Geflügelhaltung

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Qualität

 

Erfahren Sie mehr über das Antibiotika-Monitoring im QS-Prüfsystem

 

Erhalten Sie weitere Informationen zu den QS-Spotaudits

 

So wurde diese These diskutiert

Die guten Ergebnisse der im Jahr 2012 eingeführten unangekündigten Kontrollen, der sogenannten Spot-Audits, waren für viele Teilnehmer der Diskussion offensichtlich eine Überraschung. Dass 83 Prozent der getesteten Geflügelhalter die Bestnote erhielten, wurde allgemein gelobt – nicht zuletzt weil es auch die positiven Aspekte einer modernen Tierhaltung verdeutlicht, die in der Diskussion um die Nutztierhaltung oft vergessen werden. Gleichzeitig wurde jedoch auch befürchtet, es könnte zu wenige Kontrolleure und unangemeldete Kontrollen geben. Im Austausch über das sehr fein gegliederte Kontrollsystem in Deutschland wurde im Laufe der Diskussion deutlich, dass die zahlreichen Kontrollen der richtige Weg sind, um das Vertrauen in die Branche zu stärken. Dass bestimmte Kontrollen dabei durch Amtstierärzte durchgeführt werden, brachte wiederum bei einigen Beteiligten die Frage nach der Qualifikation der einzelnen Veterinäre auf. Hieraus entwickelte sich ein spannender Austausch über die Aufgaben und Anforderungen an veterinärmedizinische Kontrolleure, die vor der Herausforderung stehen, etwa bei der sogenannten „Lebendtierbeschau“ die Gesundheit großer Herden zu beurteilen. Die deutsche Geflügelwirtschaft erklärte, wie die Veterinäre mit ihrer Erfahrung, ihrem Fachwissen und ihrem geschulten Auge diesem Auftrag gerecht werden.

Auch kam in dieser Diskussion wiederum die Frage auf, ob die Haltung von Tieren überhaupt legitim sei. Hier vertrat die deutsche Geflügelwirtschaft den Grundsatz, dass der Mensch Tiere zu seinem Nutzen, wie beispielsweise eben zu seiner Ernährung, durchaus halten dürfe. Übereinstimmung gab es schließlich darin, dass die Beantwortung einer solchen Frage generell sehr schwierig sei, da die wertbasierte Frage der Legitimität von Tierhaltung und des Fleischkonsums jeder Mensch für sich individuell beantworten müsse.

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These03

„Die modernen Haltungsmethoden der deutschen Geflügelwirtschaft verbessern das Tierwohl.“

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Heutige Geflügelhalter managen ihre Herden hoch professionell in Ställen, die auf das Tierwohl ausgerichtet sind. Hier werden Hähnchen und Puten ausschließlich in Bodenhaltung aufgezogen. Entscheidend sind außerdem die Frischluftzufuhr, die auf den Rhythmus der Tiere ausgerichtete Lichtzufuhr und eine adäquate Stalltemperatur. Moderne Ställe sind so eingerichtet, dass das Stallklima mittels einer elektronischen Steuerung immer im für das Tier optimalen Bereich gehalten wird. Ferner erlauben moderne technische Installationen zur Futter- und Wasserzufuhr eine optimale Versorgung der gesamten Herde. Die Tiere können sich in den Ställen frei bewegen und natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren, Picken oder Staubbaden nachgehen. Dabei haben die Tiere in deutschen Ställen mehr Platz, als es europäische Vorgaben verlangen.

 

Die Tiere können natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren, Picken oder Staubbaden nachgehen

 

Ein besonders aussagekräftiger Tierwohlindikator ist die Fußballengesundheit. In modernen Ställen wird spezielle Einstreu verwendet, die den Stallboden locker und trocken hält und so die Fußballen schont. Heutzutage erhalten die Hähnchen- und Putenhalter von den geflügelverarbeitenden Unternehmen schon vielfach einen zusätzlichen Bonus für die Fußballengesundheit. Auch in der Zucht spielt der Aspekt des Tierwohls eine deutlich stärkere Rolle als früher. So ist der Faktor Wachstum schon lange nicht mehr einziges Zuchtziel, sondern es wird auf mindestens 20 bis 30 verschiedene Merkmale  selektiert. Dabei machen allein jene Merkmale, die das Tierwohl betreffen, heute über 30 % der Zuchtkriterien aus.

Weitere Informationen

Finden Sie hier die für alle Geflügelhalter bindende deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

 

Dies ist das strenge und für alle Geflügelhalter bindende deutsche Tierschutzgesetz

 

Erfahren Sie mehr zum Tierschutz in der deutschen Geflügelhaltung

 

Schauen Sie hinter die Kulissen der Geflügelhaltung in deutschen Ställen

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Tierschutz

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Gesundheit

 

So wurde diese These diskutiert

Mit mehr als 190 Kommentaren war diese These die am stärksten diskutierte Aussage der deutschen Geflügelwirtschaft. Befürworter und Kritiker der modernen Geflügelhaltung waren sich hier einig: Tierwohl und Tierschutz sind Selbstverständlichkeiten in jeder Tierhaltung. Und der Tierschutz ist aus diesem Grund in Deutschland zu Recht gesetzlich streng geregelt.

Trotz dieser Übereinstimmung wurde die Form der heutigen Geflügelhaltung durchaus kontrovers diskutiert. So könnte den Tieren im Stall zu wenig Platz zur Verfügung stehen, befürchteten einige Mitdiskutierende. Daraufhin beschrieb die deutsche Geflügelwirtschaft die tatsächlichen Bedingungen in den deutschen Geflügelställen, in denen den Tieren eine oft mehrere tausend Quadratmeter große Fläche jederzeit zur Verfügung steht. Ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die maximalen Besatzdichten in Deutschland nicht nur immer erst gegen Ende der Aufzuchtphase erreicht werden, sondern zusätzlich unter dem sonst in der EU üblichen Niveau liegen.

Ein weiterer von den Diskussionsteilnehmern aufgegriffener Aspekt der Haltung war die Frage nach dem Tageslicht in den Ställen, welches von vielen Teilnehmern zunächst als zu gering eingeschätzt wurde. Jedoch zeigte sich im gemeinsamen Gedankenaustausch, dass die Lichtzufuhr in den Ställen – genau wie viele andere Aspekte des Tierschutzes auch – in Deutschland heute gesetzlich festgeschrieben ist. So müssen nämlich alle Stallneubauten mit Einfallflächen für Tageslicht ausgestattet sein.

Auch die Einstreu für die Tiere nahm einen wichtigen Teil der Diskussion zur These des Tierwohls ein. Dass die Ställe während eines Mastdurchgangs nicht ausgemistet werden müssen, verwunderte einige Kommentatoren zunächst, denn sie fragten sich, ob dies nicht der Fußballengesundheit schade. Im Austausch mit der deutschen Geflügelwirtschaft wurde dann deutlich, dass gesunde Fußballen der Tiere auch im Interesse der Tierhalter seien: Denn nur mit gesunden Tieren kann er sein wirtschaftliches Auskommen sichern. Es wird dabei ausschließlich hochwertige Einstreu verwendet, die in ihrer Zusammensetzung dafür ausgelegt sei, dass die Tiere durchgehend auf trockenem und lockerem Untergrund stehen. Und bei Bedarf streuen die Halter zudem im Stall nach.

Die gemeinsame Diskussion um die These zum Tierwohl führte die Kommentatoren dann zur Frage der Schnabelbehandlung bei Puten, die zur Verhinderung des sogenannten Federpickens angewandt wird. Viele Kommentatoren nahmen an, dass Federpicken eine Folge von vermuteter Enge in Ställen sei. Jedoch zeigte sich, dass das Federpicken ein Phänomen ist, das bei sämtlichen Haltungsformen und auch in unterschiedlich großen Beständen beobachtet wird. Die Schnabelbehandlung sei daher im Sinne des Tierschutzes, um die Tiere vor Verletzungen zu bewahren. Gleichzeitig werden jedoch die ursächlichen Faktoren des Federpickens wissenschaftlich untersucht und versucht zu klären, wie man auf die Schnabelbehandlung verzichten kann. Die Klärung und Lösung dieser Herausforderung seien ein wichtiges Ziel für die Branche und daher unterstütze die deutsche Geflügelwirtschaft auch intensiv darauf ausgelegte Forschungsvorhaben.

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These04

„Die Geflügelfleischerzeugung verursacht geringe Treibhausgas-Emissionen und verbraucht weltweit wenig Fläche.“

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Bei der Produktion von Nahrungsmitteln entstehen Treibhausgas-Emissionen, die den Klimawandel negativ beeinflussen. Insbesondere die Fleischerzeugung wird gegenwärtig kritisch hinterfragt, da bei Futterherstellung und Tierhaltung vielfältige Emissionen entstehen können. Dabei gilt es jedoch eindeutig zu differenzieren: Bei der Erzeugung von konventionellem Geflügelfleisch entstehen im Vergleich zu anderen tierischen Erzeugnissen die geringsten CO2-Emissionen.

 

Im Vergleich zu anderen Fleischarten weist Geflügelfleisch die beste Umweltbilanz auf

 

Auch hält die Geflügelwirtschaft den weltweiten Flächenverbrauch niedrig, da die Futterverwertung in der Aufzucht von Geflügel sehr effizient geschieht. So liegt die Größe der notwendigen Anbaufläche pro erzeugtem Kilo Geflügelfleisch deutlich unter jener der Erzeugung von Rind-, Kalb- oder Schweinefleisch. Außerdem weist die Geflügelhaltung eine besonders effiziente Nutzung von Wasser auf und reduziert auch hier den negativen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht.

Weitere Informationen

Sehen Sie in der WWF-Studie „Klimawandel auf dem Teller“ (S.27), dass die Geflügelfleischerzeugung im Vergleich zur Produktion anderer tierischer Erzeugnisse geringste Emissionen verursacht.

 

Erfahren Sie mehr zu dem im Verhältnis geringen Wasserverbrauch durch die Geflügelwirtschaft: www.waterfootprint.org

 

Sehen Sie in der WWF-Studie „Fleisch frisst Land“ (S.54), dass die Geflügelfleischerzeugung im Vergleich zur Produktion anderer tierischer Erzeugnisse den geringsten Flächenverbrauch aufweist: http://www.wwf.de/fleisch-frisst-land

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Umweltschutz

 

So wurde diese These diskutiert

Bei dieser These wurde weniger darüber diskutiert, ob die These richtig sei oder nicht. Vielmehr widmete sich die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer der Frage, ob der vergleichsweise geringe Umwelteinfluss durch die Geflügelfleischerzeugung überhaupt ein gerechtfertigtes Argument sei. Einige Teilnehmer stimmten der These zwar zu, jedoch erinnerten sie auch daran, dass der CO2-Ausstoß wesentlich geringer sei, wenn man auf Fleisch ganz verzichten würde. Da aber die Mehrheit der deutschen Bevölkerung dem Fleischkonsum zustimme, sei Geflügelfleisch mit Blick auf Umweltaspekte gerade im Vergleich zu anderen Fleischsorten eben die bessere Wahl.

Auch andere Umweltaspekte, wie zum Beispiel die Entstehung von Ammoniak oder Feinstaub wurden in diesem Zusammenhang thematisiert. Einige Diskussionsteilnehmer befürchteten, dass es nötig sei, Regenwälder in Südamerika zu zerstören, um das dort angebaute Soja für die deutsche Futtermittelherstellung zu importieren. Dabei macht Sojaschrot, welches ein Nebenprodukt der Sojaölerzeugung ist, aber nur einen sehr geringen Teil des Futters in deutschen Geflügelställen aus. Der Großteil des Futters stammt aus heimischem Anbau.

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These05

„Geflügelfleisch kann verantwortungsvoll erzeugt und gleichzeitig erschwinglich sein.“

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Die Geflügelwirtschaft steht in Deutschland in einem Qualitätswettbewerb. Die Verbraucher fragen zu Recht nur hochwertige Hähnchen- und Putenerzeugnisse nach. Zugleich ist bei ihnen jedoch eine hohe Preissensibilität zu verzeichnen – die Konsumausgaben der Deutschen für Lebensmittel sind im europäischen Vergleich gering. Die deutsche Geflügelwirtschaft bringt diese beiden Verbraucherwünsche durch eine effiziente Qualitätsorientierung in Einklang.

 

Verantwortung gegenüber dem Tier und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Verbraucher sind kein Widerspruch

 

Durch den Einsatz moderner Technologien und eines professionellen Stallmanagements werden die Tiere verantwortungsvoll aufgezogen, um dem Verbraucher beste Qualität bieten zu können – abgesichert durch strenge Gesetze und Eigenkontrollen. Zum anderen erlaubt die moderne Geflügelfleischerzeugung einen effizienten Einsatz von Ressourcen wie Energie und Wasser. Verbunden mit einem funktionierenden Markt ergeben sich daraus Preisvorteile für den Verbraucher und insgesamt ein gutes Preis-Leistungs-Niveau. Die deutsche Geflügelwirtschaft vereint somit eine verantwortungsvolle Erzeugung und das Angebot hochwertiger Produkte für alle Bevölkerungsschichten.

Weitere Informationen

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Tierschutz

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Qualität

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Verfügbarkeit

 

So wurde diese These diskutiert

Die Diskussion zur fünften These der deutschen Geflügelwirtschaft konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Frage: „Sind die Preise für Geflügelfleisch deshalb heute niedrig, weil die Tierhalter Ausgaben einsparen, die eigentlich zur Sicherung des Tierwohls dienen?“ Gerade das Gegenteil sei der Fall, hieß es in der Diskussion, denn gutes und sachkundiges Stallmanagement und effizienter Ressourceneinsatz stellten eben genau sicher, dass die hohe Nachfrage zu erschwinglichen Preisen nicht zu Lasten der Tiere gehe. Das Tierwohl stehe im Mittelpunkt für jeden Geflügelhalter. Wirtschaftlichkeit und Tierwohl schließen sich nicht per se aus.

Auch die finanzielle Situation der Landwirte kam zur Sprache, denn einige vermuteten, dass „industrielle Produzenten“ kleinere Bauernhöfe verdrängten. Umso überraschter waren die Diskutierenden zu erfahren, dass es in Deutschland eigentlich gar keine „industrielle“ Haltung gibt. Denn die Hähnchen- und Putenhaltung erfolgt auch heute in landwirtschaftlichen Betrieben von etwa 6.500 selbstständigen Geflügelhaltern, deren Betriebe sich oft seit mehreren Generationen in Familienbesitz befänden.

Sei es gar sinnvoll, Fleisch zu einem hochpreisigen Luxusgut zu machen, um den Fleischkonsum in der Gesellschaft zu reduzieren? Auch diese Frage wurde kontrovers diskutiert. Schließlich sei die Ernährung aber ein menschliches Grundbedürfnis und niemand sollte aus sozialen oder wirtschaftlichen Gründen von bestimmten Lebensmitteln ausgeschlossen werden. Zwar gebe es verschiedene Erzeugnisse unterschiedlichen Preisniveaus, die deutsche Geflügelwirtschaft habe jedoch eine von der Gesellschaft zu Recht verlangte Aufgabe zu erfüllen: Ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel für große Teile der Bevölkerung anzubieten, das gleichzeitig erschwinglich ist.

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These06

„Die deutsche Geflügelwirtschaft setzt mit Forschungsvorhaben und -investitionen Maßstäbe, um weitere Verbesserungen voranzutreiben.“

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In der deutschen Geflügelwirtschaft gelten schon heute besonders hohe Qualitätsstandards. Die Branche ist stets bestrebt, diese mittels praxisorientierter Lösungsansätze entlang der gesamten Erzeugungskette immer weiter zu verbessern. Insbesondere bei speziellen Fragestellungen in Bereichen wie Produktsicherheit oder Tierwohl investiert die Branche viel, um weitere Verbesserungen voranzutreiben.

 

Die Branche investiert in die Forschung entlang der gesamten Erzeugungskette

 

Große Bedeutung kommt hier der Forschung zu, denn sie ermöglicht wissensgestütztes Handeln. Deshalb investiert die deutsche Geflügelwirtschaft beispielsweise intensiv in Forschungsvorhaben zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen: So hat sie gemeinsam mit der Wissenschaft verschiedene Teilprojekte eines Verbundvorhabens zur Reduktion von Antibiotikaresistenzen entlang der gesamten Erzeugungskette entwickelt. Zentrale Fragestellung ist, wie die Entstehung und der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien innerhalb der landwirtschaftlichen Tierhaltung, auf Lebensmittel oder zum Menschen reduziert oder gänzlich verhindert werden können. Dabei richtet sich das praxisorientierte Vorhaben auf alle relevanten Schlüsselbereiche – von der Hygiene in den Brütereien und in der Haltung bis hin zu Therapieansätzen bei der Behandlung erkrankter Tiere.

Weitere Informationen

Erhalten Sie weitere Informationen zur Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA), in deren Rahmen die deutsche Geflügelwirtschaft die Forschung unterstützt.

Erfahren Sie mehr zum von der Geflügelwirtschaft geförderten Lehr- und Forschungsgut Ruthe

So wurde diese These diskutiert

In der Diskussion um diese These wurden die Forschungsanstrengungen der deutschen Geflügelwirtschaft zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen anerkannt, auch wenn es nach Meinung vieler Diskutierender die Pflicht der Branche sei, Wege und Lösungen zu finden, um weniger Medikamente in der Aufzucht zu verwenden.

„Aber sei das Engagement in der Forschung nicht eher eigennützig geprägt und diene einer gewissen Profitmaximierung?“ hinterfragten zudem einige Diskussionsteilnehmer die These. Auf diese Frage erwiderte die deutsche Geflügelwirtschaft mit dem Hinweis, dass es stets im Sinne der Verbesserung des Tierwohles wichtig sei, vorausschauend zu agieren und Verbesserungen aus eigener Initiative anzustoßen. Dies zeigen beispielsweise die überarbeiteten Eckwerte zur Putenhaltung – ein wichtiger Meilenstein der Branche, der sich aus der intensiven Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Politik aber auch den Tierschutzorganisationen ergeben hat.

Die Schnabelbehandlung bei Puten war – wie schon zuvor bei der These 03 zum Thema Tierwohl – auch an dieser Stelle ein wichtiges Thema der Diskussion. Gibt es auch in diesem Bereich Forschungsbemühungen der deutschen Geflügelwirtschaft? Tatsächlich werden die Ursachen des Federpickens intensiv erforscht und nicht auf die Haltungsform zurückgeführt, sondern vielmehr auf das natürliche Verhalten der Tiere. Eine praktikable Lösung zu finden, ist dabei ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Branche.

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These07

„Nicht die Größe eines Geflügelstalls entscheidet über das Tierwohl, sondern die Sachkunde des Geflügelhalters.“

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Wissenschaftler sind sich heutzutage weitgehend einig, dass Tierwohl und Tierschutz nicht an der Größe eines Betriebes festgemacht werden können. Auch ein großer Betrieb mit vielen Hähnchen oder Puten muss sich in einem aus tierschutzfachlichen Aspekten optimalen Zustand befinden. Eine pauschale Betrachtung nach dem Motto „Klein ist gut und groß ist schlecht“ greift in der Diskussion um die sensible Thematik der Nutztierhaltung also zu kurz. Denn deutlich entscheidender für das einzelne Tier sind die Gewährleistung von trockener und lockerer Einstreu auf dem Boden, optimale Hygiene- und Fütterungsbedingungen sowie ein gutes Stallklima – also das Stallmanagement des Halters. Darüber hinaus ist ein geschulter Blick der speziell ausgebildeten, sachkundigen Fachkräfte bei der täglichen Bewertung der Tiergesundheit elementar.

 

Die Ausbildung der Halter sichert ein professionelles Stallmanagement

 

Das Fachwissen und die Kompetenz der Geflügelhalter bilden das Fundament für eine tiergerechte Haltung. Grundvoraussetzung für jeden Halter ist die sogenannte Sachkundebescheinigung, die in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gesetzlich verankert ist. Darüber hinaus gewährleisten die klassischen Ausbildungswege zum „Tierwirt“, „Tierwirtsmeister“ oder ein Studium der Agrarwissenschaften, dass alle Geflügelhalter in Deutschland über die notwendige fachliche und methodische Kompetenz verfügen. Dank eines hohen Technisierungsgrades kann sich der Halter ausschließlich auf die Tiere konzentrieren und so auch größere Bestände tiergerecht aufziehen.

Weitere Informationen

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Tierschutz

 

So wurde diese These diskutiert

Die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer stimmte zu, dass nicht die Größe des Stalls für das Tierwohl entscheidend sei, sondern die Sachkunde des Halters. Auch waren sich alle Parteien einig, dass bereits bei der Ausbildung zum Landwirt oder Geflügelhalter das Bewusstsein für die Tiere als Lebewesen im Fokus stehen sollte, um ein professionelles Stallmanagement zu ermöglichen – ein Ansatz, der in der Geflügelhaltung selbstverständlich zentral ist.

Obwohl einige Teilnehmer der Diskussion große Haltungen grundsätzlich ablehnten, wurde beim gemeinsamen Gedankenaustausch deutlich, dass heute größere Geflügelhöfe durchaus notwendig sind, um die heimische Nachfrage nach Geflügelfleisch decken zu können. Außerdem wurde gezeigt, dass die Bedeutung des Tierwohls nicht mit der Betriebsgröße abnimmt – ganz im Gegenteil. Und so können die Tiere auch und gerade in modernen Ställen ihren natürlichen Verhaltensweisen – wie Picken, Scharren oder Staubbaden – jederzeit nachgehen.

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These08

„Antibiotika dienen der notwendigen Behandlung erkrankter Tiere. Der komplexen Problematik der Antibiotikaresistenzen begegnet die deutsche Geflügelwirtschaft wirkungsvoll durch konkrete Reduktionsziele.“

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Die deutsche Geflügelwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung für Tier und Verbraucher bewusst und geht mit dem Einsatz von Antibiotika sehr sorgfältig um. Beim Vorliegen einer Erkrankung gebietet jedoch der Tierschutz eine entsprechende und gezielte Behandlung. Antibiotika werden in der Geflügelhaltung nur therapeutisch nach tierärztlicher Diagnose eingesetzt. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Vergabe von Arzneimitteln trifft der zuständige Tierarzt, und nicht etwa der Landwirt. Und selbst wenn die Tiere behandelt werden müssen, kann das Geflügelfleisch später problemlos konsumiert werden: Die Wartezeiten, die zwischen der letzten Antibiotikagabe und der Schlachtung mindestens liegen müssen, sind im Arzneimittelgesetz (AMG) und der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) gesetzlich festgelegt.

 

Ziel der Branche: Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes um 30% innerhalb von fünf Jahren

 

Dass deutsche Geflügelfleischerzeugnisse frei von gesundheitlich bedenklichen Antibiotikarückständen sind, belegt jedes Jahr der Nationale Rückstandskontrollplan des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Es ist erklärtes Ziel der Branche, den Medikamenteneinsatz in der Aufzucht von Geflügel in fünf Jahren um 30 % zu reduzieren und hierfür umfassende Maßnahmen zu ergreifen. In diesem Zusammenhang begrüßt die deutsche Geflügelwirtschaft die geplante Einrichtung einer staatlichen Antibiotikadatenbank. Um bereits vor Etablierung dieses staatlichen Systems eine belastbare Datengrundlage zu gewinnen, hat die Branche zudem aus eigener Initiative im Rahmen des QS-Systems ein bundesweites Antibiotikamonitoring geschaffen, das die gesamte Aufzuchtphase berücksichtigt. Damit ist die Geflügelwirtschaft Vorreiter innerhalb der deutschen Veredelungswirtschaft. Der Problematik der Antibiotikaresistenzen stellt sich die deutsche Geflügelwirtschaft durch eine intensive Unterstützung verschiedener Forschungsvorhaben.

Weitere Informationen

Erfahren Sie mehr über das Antibiotika-Monitoring im QS-Prüfsystem

 

Hier finden Sie alle Informationen rund um die geltenden Rechtsrahmen hinsichtlich des Antibiotika-Einsatzes: Das Arzneimittelgesetz und die Tierärztliche Hausapothekenverordnung

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Gesundheit

 

Nehmen Sie Einblick in den Nationalen Rückstandskontrollplan, der die hohe Lebensmittelsicherheit in der deutschen Geflügelwirtschaft bestätigt.

 

So wurde diese These diskutiert

Bei der Diskussion um diese These wurde eine Verunsicherung der Verbraucher bei dem Thema Antibiotika spürbar. Gibt es etwa gesundheitsgefährdende Rückstände von Antibiotika in verkauftem Geflügelfleisch? Tatsächlich gibt es gesetzlich festgeschriebene Wartezeiten zwischen der Vergabe von Medikamenten und der Schlachtung der Tiere für den Fall, dass die Herde während der Aufzucht mit Antibiotika oder anderen Medikamenten behandelt worden ist. Genau diese Wartezeiten stellen sicher, dass sich keinerlei gesundheitlich bedenkliche Medikamentenrückstände in dem Geflügelfleisch befinden.

Zudem wurde die Frage diskutiert, ob Medikamente in der Tierhaltung nur im Krankheitsfall oder auch vorsorglich eingesetzt werden. Einige Diskutierende nahmen gar an, Medikamente würden zur Wachstumsförderung eingesetzt werden. Tatsächlich werden Antibiotika aber immer nur im Krankheitsfall verabreicht – nie prophylaktisch – erklärte die deutsche Geflügelwirtschaft die gesetzlichen Bestimmungen und zeigte in der Diskussion die grundsätzlichen Zusammenhänge auf. So beispielsweise auch, dass stets nur der Tierarzt darüber entscheiden darf, ob ein Antibiotikum eingesetzt werden muss oder nicht.

Aber ist denn der häufige Einsatz von Medikamenten in der Nutztierhaltung überhaupt nötig? Das hinterfragten einige Teilnehmer kritisch. Dabei ist die Behandlung von erkrankten Tieren eine tierschutzrelevante Frage und sei daher nicht per se auszuschließen, wie die gemeinsame Diskussion zeigte. Da sich die deutsche Geflügelwirtschaft hier ihrer Verantwortung mehr als bewusst sei, habe sie sich zum Ziel gesetzt, den Antibiotikaeinsatz durch eine kontinuierliche Optimierung des Stallmanagements, eine Stärkung des Immunsystems der Tiere durch Impfungen, die Vergabe von Vitaminen und Mineralien, aber auch mit naturheilkundlichen Behandlungsmaßnahmen eine stetige Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes zu erreichen.

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These09

„Ausstallen, Transport und Schlachtung der Tiere werden in Deutschland nach strengen Regeln und verantwortungsvoll erbracht.“

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Besonders bei Vorgängen, die für die Tiere mit Stress behaftet sein können, wie dem Ausstallen, dem Transport und schließlich der Schlachtung, steht für die deutschen Geflügelhalter der tiergerechte, schonende Umgang mit dem Tier im Vordergrund. Verankert ist dieser bereits in der Ausbildung der Halter, während derer ein besonderer Schwerpunkt auf Tierschutz gelegt wird. Während der Vorgänge selbst wird der Stress für die Tiere gering gehalten: So werden die Tiere beispielsweise bei blauem Licht ausgestallt, was auf sie beruhigend wirkt. Zusätzliche Anforderungen stellt das unabhängige QS-System für Qualität und Sicherheit an die tierschutzgerechte Ausbildung der sogenannten Fänger: Die Leiter der Fängergruppen müssen ab Mitte 2013 einen tierschutzorientierten Sachkundenachweis vorlegen und weitere Fänger entsprechend anweisen – auch das ist einmalig in der Fleischwirtschaft. Genauso strenge Regelungen stellen die Einhaltung des Tierschutzes im Schlachthof sicher: So gibt es nach EU-Recht in jedem Schlachtbetrieb einen Tierschutzbeauftragten, der im Sinne des Tierschutzes im Zweifelsfall weisungsbefugt gegenüber den Mitarbeitern des Betriebes ist. Ganztägig sind zudem ein Amtsveterinär und weitere Fachassistenten im Schlachtbetrieb anwesend, die sicherstellen, dass der verantwortungsvolle Umgang mit dem Tier oberste Priorität hat.

 

Tierschutzorientierter Sachkundenachweis für sorgsames Ausstallen

 

Darüber hinaus geben die mit den Bundesländern entwickelten „Leitlinien für die gute betriebliche Praxis“ den Haltern konkrete Handlungsanweisungen, um das Tierwohl konsequent zu gewährleisten. Grundlage für das Handeln der deutschen Geflügelhalter ist generell nicht nur das übergeordnete Tierschutzgesetz, das die Verantwortung des Menschen für das Tier beschreibt, sondern eine Vielzahl von Verordnungen, die die tägliche Praxis der Halter betreffen (wie die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, Tierschutz-Transportverordnung und Tierschutz-Schlachtverordnung). Alle dienen dem Schutz der Tiere: Auch wenn die Hähnchen und Puten am Ende der menschlichen Ernährung dienen, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren bis dahin oberstes Gebot.

Weitere Informationen

Finden Sie hier die strenge und für alle Geflügelhalter bindende deutsche Tierschutztransportverordnung

 

Finden Sie hier die strenge und für alle Geflügelverarbeiter bindende deutsche Tierschutz-Schlachtverordnung

Hier erhalten Sie Einblicke in den tiergerechten Transport des Geflügels

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Tierschutz

 

So wurde diese These diskutiert

Während dieser Diskussion stellte sich heraus, dass viele Kommentatoren die neue QS-Regelung zum „tierschutzorientierten Sachkundenachweis“ als Schritt in die richtige Richtung begrüßten. Nach dieser Regelung müssen alle Personen, die mit dem Einfangen und Verladen von Hähnchen und Puten zu tun haben, diesen Nachweis vorlegen, bevor sie mit dem Ausstallen beginnen können.

Einige Skeptiker behaupteten, der Umgang mit den Tieren sei – wie die mediale Berichterstattung an einigen Stellen zeigen würde – grundlegend verantwortungslos. Die deutsche Geflügelwirtschaft betonte jedoch immer wieder, dass negative Einzelfälle nicht verallgemeinert werden dürften. Schließlich sprachen sich alle Beteiligten für die Ahndung von Straftaten und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz aus.

Auch Details zum Tiertransport waren Gegenstand der Diskussion. Grundsätzlich fänden die Transporte tiergerecht und möglichst schonend statt, wobei die Beförderungszeit stets so kurz wie möglich gehalten werde. Zudem seien die Höhe und Besatzdichte der Transportboxen gesetzlich vorgeschrieben und der Größe und dem Gewicht der Tiere angepasst.

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These10

„Nur gut aufgewachsene und gesunde Tiere erlauben es den deutschen Geflügelhaltern, am Markt erfolgreich zu wirtschaften.“

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Hähnchen und Puten bilden die Erwerbs- und Lebensgrundlage eines jeden Geflügelhalters. Meist sichert die verantwortungsvolle Aufzucht den Lebensunterhalt ganzer Familien – und das vielfach seit Generationen. Der Erfolg des Geflügelhalters bemisst sich dabei einzig und allein am Wohlergehen der Tiere. Am Ende eines Aufzuchtdurchgangs kann der Halter seine Tiere nur vermarkten, wenn sie bei der veterinärmedizinischen Lebendbeschau als gesund eingestuft werden. Außerdem besteht bei Erfüllung spezieller Tierschutzindikatoren (z. B. Fußballengesundheit) vielfach die Möglichkeit der Erzielung einer Zusatzprämie.

 

Für eine gute Fußballengesundheit ihrer Tiere erhalten Hähnchen- und Putenhalter heute vielfach einen zusätzlichen Bonus

 

Hohe Krankheits- oder gar Mortalitätsraten führen automatisch zu einem signifikant schlechteren wirtschaftlichen Ertrag. Deshalb kann ein moderner Geflügelhalter heutzutage nur noch erfolgreich am Markt bestehen, wenn er gut aufgezogene und gesunde Tiere anbietet – Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg gehen in der deutschen Geflügelwirtschaft Hand in Hand.

Weitere Informationen

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Tierschutz

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Experten-Antworten zum Thema Gesundheit

 

Finden Sie hier Verbraucherfragen und Expertenantworten zum Thema Verfügbarkeit

 

So wurde diese These diskutiert

Bei der Diskussion dieser These erinnerte die deutsche Geflügelwirtschaft an die fünfte These, die aussagt, dass Geflügelfleisch verantwortungsvoll erzeugt wird und gleichzeitig erschwinglich sein kann. So sind Tierwohl und Wirtschaftlichkeit nicht nur miteinander vereinbar, sondern hängen sogar voneinander ab. Tierwohl ist ethisch und moralisch wichtig, aber auch Voraussetzung dafür, dass ein Geflügelhalter für sich und seine Familie ein wirtschaftliches Auskommen erzielen kann.

Die deutsche Geflügelwirtschaft verwies hierbei auf die bereits eingeführten Tierwohlkriterien, nach denen Züchtungen selektiert und die Tiere stets tiergerecht gehalten würden.

Während der Diskussion stellten zudem einige Diskussionsteilnehmer die Frage, was es mit den sogenannten Mortalitätsraten während der Aufzucht von Hähnchen auf sich habe. Die mit der Mortalität verbundene Sterblichkeit liege dabei im Durchschnitt nur im unteren einstelligen Prozentbereich, erklärte die deutsche Geflügelwirtschaft, und sei grundsätzlich nie komplett auszuschließen.

Bei all den Diskussionen dürfe man nicht vergessen, das betonten sowohl Verbraucher als auch Angehörige von Landwirten, dass Geflügelhalter mit viel Engagement, Leidenschaft und Verantwortung ihrer täglichen Arbeit nachgingen und besonders sie darunter leiden würden, wenn „schwarze Schafe“ der Branche für negative Schlagzeilen sorgten.

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